Training Intercultural and Bilingual Competencies in Health and Social Care (TRICC)
Mehrsprachige und interkulturelle Kompetenzen im Sozial- und Gesundheitswesen schulen
dock europe führt seit Dezember 2008 mit vier weiteren europäischen Partnereinrichtungen das oben genannte multilaterale Grundtvig-Projekt durch (www.tricc-eu.net).
Hintergrund: Für MigrantInnen in europäischen Ländern ist der Zugang zum Gesundheitswesen und zu hochwertigen medizinischen Leistungen oft erschwert, die Kommunikation ist wenig effektiv. Kulturelle und sprachliche Barrieren sind die Haupthindernisse. Adäquate Übersetzungs- oder Dolmetschleistungen sind unabdingbar für das Erlangen von ausreichender medizinischer Versorgung, aber an sprachlicher Unterstützung fehlt es häufig. Zumeist müssen Patienten und Patientinnen mit Migrationshintergrund sowie das medizinische Personal sich auf spontan herbeigerufene sprachliche UnterstützerInnen, zumeist Familienmitglieder verlassen. Einige Krankenhäuser organisieren auch ad hoc-Dolmetscherpools unter ihren zweisprachigen KrankenhausmitarbeiterInnen bzw. kooperieren mit externen professionellen DolmetscherInnen, die auf medizinische Themen spezialisiert sind.
In dem zweijährigen Projekt TRICC stehen die Entwicklung und Durchführung von Schulungen für ad hoc-DolmetscherInnen, MediatorInnen, Personal in Gesundheits- und Sozialwesen sowie PatientInnen mit Migrationshintergrund im Vordergrund. An dem Entwicklungsprozess sind Krankenhauspersonal, LinguistInnen, SozialwissenschaftlerInnen, ExpertInnen des Gesundheits- und Sozialwesens sowie ad hoc-DolmetscherInnen (KrankenhausmitarbeiterInnen und Ehrenamtliche) beteiligt.
TRICC hat zum Ziel:
- die informellen mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen von MigrantInnen anzuerkennen, zu fördern und weiterzuentwickeln
- Fortbildungen zu konzipieren
- verschiedene Trainingsmethoden zu testen und auszuwerten
- die Fortbildungen für länderübergreifende Implementierung aufzubereiten.
dock europe wird eine ProbandInnengruppe von Pflegekräften im Krankenhaus für dieses Projekt zusammenstellen und anhand von Befragungen, Fortbildungen und anschließenden Evaluationen einen Beitrag leisten zur Verbesserung der gedolmetschen Arzt-Patienten-Kommunikation.
Projektverantwortliche bei dock europe sind
Meike Bergmann (meike.bergmann@dock-europe.net) und
Ortrun Kliche (ortrun.kliche@dock-europe.net),
Telefon: 040/80 60 92 22.
Wissenschaftlich begleitet wird das Vorhaben von Dr. Bernd Meyer, der am Sonderforschungsbereich Mehrsprachigkeit der Universität Hamburg ein ähnliches Projekt leitet (http://www.uni-hamburg.de/sfb538/projektt5.html).
Das aktuelle Projekt TRICC ist ein Nachfolgeprojekt der europäischen Grundtvig2-Lernpartnerschaft BICOM (Promoting bilingual and intercultural competencies in public health), die dock europe von 2005 bis 2007 koordiniert hat. Ein Blick auf die Website www.bicom-eu.net gibt weitere Informationen. Die Ergebnisse aus diesem Projekt sind im booklet in englischer und deutscher Version veröffentlicht.


