TRICC -
Training Intercultural and Bilingual Competencies in Health and Social Care
Mehrsprachige und interkulturelle Kompetenzen im Sozial- und Gesundheitswesen schulen
Projekt-Nr. 142235-LLP-1-2008-1NL-GRUNDTVIG-GMP (Multilaterale Parnerschaft)
Zeitraum: 1.12.2008 - 1.12.2010
Projektwebsite: www.tricc-eu.net
Hintergrund: Für MigrantInnen in europäischen Ländern ist der Zugang zum Gesundheits- und Sozialwesen sowie zu hochwertigen medizinischen Leistungen oft erschwert, die Kommunikation ist wenig effektiv. Die Haupthindernisse sind kulturelle und sprachliche Barrieren.
Adäquate Übersetzungs- oder Dolmetschleistungen sind unabdingbar für das Erlangen von ausreichend medizinischer und sozialer Versorgung. Allerdings fehlt es an sprachlicher Unterstützung. Oft müssen sich nicht Deutsch sprechende PatientInnen oder KlientInnen sowie das Fachpersonal auf spontan herbeigerufene sprachliche UnterstützerInnen, zumeist Familienmitglieder verlassen.
Das Projekt TRICC zielte darauf, die informellen mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen von MigrantInnen anzuerkennen, zu fördern und weiterzuentwickeln. Zusammen mit Partnern aus Italien, den Niederlanden, der Türkei und Großbritannien hat dock europe im Rahmen von TRICC den Bedarf für sprachliche Vermittlung in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens ermittelt und Voraussetzungen für das Ad-hoc-Dolmetschen von mehrsprachigen MitarbeiterInnen im Arbeitsalltag erarbeitet.
Als Resultat wurden zweitägige Fortbildungsmodule für mehrsprachige Ad-hoc-Dolmetschende und ÄrztInnen entwickelt und evaluiert. Die konzipierten Fortbildungsmodule bewirken eine konkrete Unterstützung für die spontane Sprachmittlung durch mehrsprachige MitarbeiterInnen im Arbeitsalltag. Der im Rahmen von TRICC entstandene Wegweiser für eine mehrsprachige Praxis in Bildung, Gesundheit und Sozialer Arbeit benennt darüber hinaus flankierende organisatorische Maßnahmen in den Institutionen des Gesundheits- und Sozialwesens, um mehrsprachige Kompetenzen im beruflichen Alltag anzuerkennen und die Fortbildung erfolgreich als Baustein der interkulturellen Öffnung zu nutzen.
An dem Entwicklungsprozess waren Krankenhauspersonal, LinguistInnen, SozialwissenschaftlerInnen, ExpertInnen des Gesundheits- und Sozialwesens sowie ad hoc-DolmetscherInnen (KrankenhausmitarbeiterInnen und Ehrenamtliche) beteiligt. Wissenschaftlich begleitet wurde das Vorhaben von Dr. Bernd Meyer, der am Sonderforschungsbereich Mehrsprachigkeit der Universität Hamburg ein ähnliches Projekt leitete (http://www.uni-hamburg.de/sfb538/projektt5.html).
Das Projekt TRICC war ein Nachfolgeprojekt der europäischen Grundtvig 2-Lernpartnerschaft BICOM (Promoting bilingual and intercultural competencies in public health), die dock europe von 2005 bis 2007 koordiniert hat. Ein Blick auf die Website www.bicom-eu.net gibt weitere Informationen.


